Schwere Fühlen

Veröffentlicht am 16. Juli 2026 um 10:40

Schwerer Tag - und was Liebe für eine Rolle spielt

Diese Schwere im Leben. Ich glaube jeder erlebt sie auf eine eigene Art und Weise mal im Leben.

Bei mir drückt sie richtig auf mein Gemüt. Ich bin gereizt, ich bin ungeduldig, ich bin genervt, ich bin müde. Menschliches Miteinander wirkt auf mich dann oft anstrengend und eigentlich will ich allein sein. Alle Verhaltensweisen, die ich sowieso „doof“ an anderen finde, sind dann kaum auszuhalten. Der Umgang mit meinem Kind wird echt zur Herausforderung. Eigentlich möchte ich dann besonders, dass es einfach „mal funktioniert“ und „endlich mal mitmacht“. Aber meistens macht es das dann gerade nicht. Und ich bin genervt.

Mich schmerzen plötzlich auch kleine Dinge deutlich mehr als sonst: wie ein Rücken ziehen, ein verspannter Nacken, ein Zwicken im Darm, ein flaues Gefühl im Magen, der kleine Zeh zieht heute komisch und natürlich kommt in so einer Zeit auch ein dicker Pickel, oder die raue Haut am Arm wird noch schuppiger.

Ich bin überzeugt davon, dass unser Gemüt (unsere Psyche) und der Körper sich wechselseitig beeinflussen. Ganz oft ist an diesen blöden Tagen beides verstärkt wahrzunehmen. Bekommt man z.B. dann eine wohltuende Massage, mit der sich Rücken, Nacken, Schultern entspannen können, steigt auch oft das psychische Wohlbefinden und die Welt ist nicht mehr ganz so dunkelgrau.

Ich möchte deutlich machen, dass Schwere fühlen normal ist. Es gibt sehr viele Menschen, die es nicht erkennen und auf etwas im „Außen“ schieben. Meist steckt jedoch ein unerfülltes Bedürfnis von uns selbst dahinter.

Ich fühle Schwere immer dann, wenn ich mich zu wenig gesehen fühle. Das Gefühl nicht so wichtig zu sein, keine Priorität zu bekommen, übergangen worden zu sein, fehlende Anerkennung und schlicht zu wenig Liebe.

Meist ist es dann aber so: ich habe mich selbst nicht genug gesehen. Ich habe mir zu wenig Priorität gegeben, ich bin über meine Grenzen, meine Bedürfnisse gegangen, habe mir keine Anerkennung gezeigt und erst recht nicht aktive Selbstliebe entgegen gebracht.

Also klar, ich kann die Gründe ganz schnell im Außen finden: der Partner/die Partnerin, der Nachwuchs, das Arbeitskollegium, oder oder oder. Das ist auch nicht unbedingt falsch. Aber ich darf mir meine Bedürfnisse selbst erfüllen. Als allererstes. Damit bin ich unabhängig vom Außen, von Anderen und kann mir selbst immer die Schwere etwas nehmen.

Ich will mit diesem Text nicht sagen, dass es mit ein wenig Selbstliebe immer gleich leicht wird. Im Gegenteil: es gibt genug Herausforderungen, die wir nicht einfach verändern können und uns Schwere bringen: Kinderlosigkeit, Krankheiten, Schicksalsschläge, …

Ich glaube aber daran: ich kann etwas verändern. Etwas Kleines, etwas Großes, für wenige Minuten oder mehrere Tage – egal. Aber ich kann es. Selbst. Ohne das Außen. Meistens mit viel SelbstLIEBE – SelbstACHTUNG – SelbstWERT.

Also ihr lieben Leserinnen – schenkt euch selbst: warme, wohlige, gnädige Liebe

 

Eure Herzfrau ♥