Mama Wut

Veröffentlicht am 16. Juli 2026 um 10:44

Woher kommt diese Mama Wut? Vor allem in Situationen die eigentlich sind wie immer?

Ich gebe dir einen Einblick in meine Gedankenwelt, Hintergründe und Gefühle.

Wieder so ein Morgen. Ein Morgen der von außen betrachtet ganz wie immer war. Aufstehen, sogar ein paar Minuten später als sonst. Fenster öffnen, Katze füttern, im Bad mich richten, Frühstück und Vesper bereiten, Frühstücken, Kind richten, Fenster schließen, Garderobe und raus ins Auto.

Alles wie immer, keine Veränderungen. Und doch hat es geknallt. Mehrmals und lautstark. Warum eigentlich?

Nun es lassen sich hier endlose Gründe im Außen finden, die auch alle ihre Berechtigung haben. Der Nachbarshund wollte um Mitternacht nochmal laut sein, der Katze war ihr Essen nicht recht, das Kind konnte sich nicht entscheiden ob aufstehen oder liegen bleiben soll und hat getestet, wie oft es sich im ganzen Bett wälzen kann, meine Haare ließen sich nicht bändigen, die Augenringe nahm ich heute persönlich, das schwüle Wetter hat mir zugesetzt, das Kind findet es gerade großartig sein Nein in allen Alltagssituationen zu testen, und und und.

All diese Dinge sind nervig, da stimmt ihr mir bestimmt zu.

Allerdings sind sie es auch an einem Tag, an dem mir die Sonne aus dem Po scheint und ich drüber wegsehen kann.

Und genau da liegt der Knackpunkt. Dieses drüber wegsehen – das kann man nur wenn es einem gut geht. Wenn die Laune oben ist, das Leben leicht scheint, der Alltag läuft.

Warum war das Leben heute nicht leicht?

Weil meine Bedürfnisse schwer im Minus lagen. Es ist gerade eine Angst präsent, ich hatte zu wenig Schlaf und niemand hat mir gesagt, wie wertvoll ich bin. Das Kind nicht, die Katze nicht, aber vor allem ich selbst nicht.

Im Gegenteil: statt die Schwere heute Morgen wahrzunehmen, anzuerkennen und mir dann selbst liebevoll und warm zu begegnen, habe ich mein inneres Mikro gleich an die Kritikerin in mir weitergegeben.  

Wenn ich selbst nur mit Kritik konfrontiert bin, kann ich auch meinem Kind nicht liebevoll begegnen. Dann sehe ich auch bei ihm nur die Dinge, die nicht rund laufen. Ich ärgere mich ständig und bin genervt.

In diesem Zustand der Kälte, der Anspannung, des Aushaltens, kommt die Wut blitzschnell um die Ecke gesaust und macht meinem inneren Druck Luft. Leider bei meinem Kind. Dann koche ich über und schimpfe wie ein Rohrspatz, schließlich habe ich auch Grund dazu. Und endlich kann ich den Druck, den meine Kritikerin bei mir macht, abgeben. Allerdings ist mein Kind die völlig falsche Person.

Also wo hätte es anders laufen können? Ehrlicherweise die Tage vorher schon. Ich habe mein Inneres die letzten Tage oft auf lautlos gestellt. Aber spätestens heute Morgen, als ich die Enge im Bauch gespürt habe, das Drücken im Hals, wäre es wichtig gewesen. Um meinen inneren Druck nicht beim Kind abzugeben.

Was hätte ich tun können? Alles, was meinem Körper hilft Anspannung loszulassen: tanzen, schütteln, hüpfen, schwingen, kreisen, tönen, weinen. Mir hilft es, zu spüren und vom Spüren ins Fühlen und davon ins Mit-Fühlen für mich selbst zu gelangen.

Also liebe Mama-Leserin, wenn du mal wieder eine wütende Mama bist: ja das Leben scheint schwer, aber du selbst kannst dir etwas Leichte schenken. Bei mir in Form von Selbstliebe. Was ist es bei dir?

 

Deine Herzfrau ♥